Beim Costello-Syndrom (CS) handelt es sich um ein angeborenes Fehlbildungssyndrom, das durch eine schwere postnatale Gedeihstörung, eine grobe Fazies, überschüssige und weiche Haut mit tiefen Palmar- und Plantarfurchen, geistige Behinderung, Herzfehler und eine Tumorprädisposition charakterisiert ist. Bemerkenswerterweise führen aktivierende, heterozygot vorliegende Keimbahnmutationen in HRAS zu diesem Erkrankungsbild.
HRAS (H-Ras oder Ha-Ras) gehört zur Gruppe der monomeren GTPasen, die als molekulare Schalter in der Zelle wirken, indem sie zwischen einem aktiven, GTP-gebundenen und einem inaktiven, GDP-gebundenen Zustand wechseln können. Diverse zelluläre Signaltransduktionskaskaden wie der RAF-MEK-ERK- und der PI3K-PKB/AKT-Signalweg sind von der Aktivität von HRAS abhängig. Man verwendet primär Hautfibroblasten von Patienten mit CS als Modellsystem, um die dieser Erkrankung zugrunde liegenden molekularbiologischen Pathomechanismen aufzuklären.
Modifiziert und aktualisiert von Raoul Heller, Institut für Humangenetik,
Klinikum der Universität Köln, D- 50931 Köln, raoul.heller@uk-koeln.de 27.10.2008
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